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Vintage Guitars
Angesichts Finanzmarktkrise,
fallender Aktienkurse und immer größer werdender Unsicherheit
bezgl. Geldanlagen sind momentan Vintage-Gitarren als Geldanlage äußerst
attraktiv geworden. Als vor einigen Jahren auch noch amerikanische Broker
Magazine alte Gitarren als eine der weltbesten und sichersten Anlagen
empfohlen hatten, stiegen die Preise für gefragte Modelle innerhalb
kürzester Zeit um 50% bis 100% an. Das in den USA erscheinende
"Vintage-Guitar Magazin"
gibt einmal im Jahr den Official Vintage Guitar Magazine Price Guide
Glücklich sind die, die bereits vor zehn oder mehr Jahren ihre Instrumente gekauft haben. Sie können sich auf einem gesunden Zuwachspolster ausruhen und müssen nicht befürchten, jemals unter Einstiegspreis verkaufen zu müssen. Wer erst jetzt ins Vintage-Business einsteigen will, sollte einige Regeln beachten, die wir nach 25 Jahren im Vintage Geschäft gerne an unsere Kunden weitergeben: 1. Nicht jede alte Gitarre ist eine sammelwürdige Vintage Gitarre mit starkem Wertsteigerungspotential. Nur dadurch, dass eine Gitarre alt und selten ist, muss sie noch nicht wertvoll sein. Ganz wichtig ist die Popularität des Instruments. Die ergibt sich in der Regel daraus, dass es ein von vielen Musikern eingesetztes Instrument ist (allen voran die Fender Stratocaster, Telecaster und Gibson Les Paul aus den 50er und 60er Jahren). Obwohl die Anzahl der in den 60iger Jahren hergestellten Fender Stratocaster z.B. in die zig-Tausende geht, ist es eine derart populäre und viel gesuchte Gitarre, das einwandfreie Instrumente vor 1971 unter 8.000 Euro kaum noch zu bekommen sind. Die Gibson Les Paul aus dem Jahre 1959 wurde etwa 1200 mal gebaut, kostet im Originalzustand etwa 150.000 bis 350.000 Euro. Andere Instrumente z.B. von Rickenbacker wurden in den 60iger Jahren nur in 2-stelligen Stückzahlen hergestellt, wurden und werden aber auch nur von wenigen Musikern benutzt und sind entsprechend zu "Schäppchenpreisen" von 2000 bis 4000 Euro zu bekommen. Noch weniger populär sind Instrumente der meisten deutschen Hersteller. Eine Framus aus den 50er oder 60er Jahren war schon damals die 2. Wahl für alle, die sich kein amerikanisches Instrument leisten konnten und erreicht, von wenigen Ausnahmen abgesehen, heute mal gerade den inflationsbereinigten Neuwert der damaligen Zeit. 2. Lieber wenige 100% originale Instrumente kaufen als ein buntes Sammelsurium oder verbastelte Gitarren. Nimmt man z.B. für eine 1968er Stratocaster in der Standardfarbe sunburst und gutem Gesamtzustand einen Preis von 9.000 Euro an, kann sich dieser Preis für ein top erhaltenes Instrument in einer seltenen Farbe und dokumentierter Herkunft schnell verdoppeln oder durch eine von außen unsichtbare Fräsung unterm Schlagbrett und vielleicht ein paar ausgetauschte Teile ebenso schnell halbieren. Den höchsten Werterhalt und die höchsten Steigerungsraten haben also viel gefragte Instrumente in absolut 100%igem Originalzustand wozu auch der originale Koffer gehört. Selbst ein einmal ab- und wieder angelötetes Kabel kann den Wert schon um hunderte Euro reduzieren, wirft es doch Fragen auf nach dem "warum" und lässt Zweifel an der Originalität entstehen. Stark abwertend sind alle nicht rückgängig zu machenden Veränderungen wie Neulackierungen (Refinish), Überlackierungen, Ausbesserungen, Fräsungen, Bohrlöcher usw. Mit geringeren Abschlägen noch akzeptiert werden Neubundierungen oder der Austausch eines defekten Sattels wenn diese Arbeiten professionell und mit den Originalen entsprechendem Material ausgeführt wurden. Andere ausgetauschte Teile, wie Potis, Schalter oder Pickups führen zunächst zu einer grundsätzlichen Abwertung von ca.10-20% da eben nicht mehr alles original ist und zusätzlich wird der Wiederbeschaffungswert, der bei einem alten Pickup auch schon mal 500 Euro sein kann, abgezogen. 3. Aus vertrauenswürdigen
Quellen kaufen. Mittlerweile sind vermutlich Tausende gefälschte
oder aus Teilen zusammengesetzte angebliche Originale auf dem Markt.
Wenn es um Preise weit jenseits der 10.000 Euro Grenze geht, lohnt es
sich für Fälscher sogar wochen- oder monatelang an einem Instrument
zu arbeiten und es mit einigen Originalteilen zu einem angeblichen Original
zu machen. Es hat schon etliche Prozesse um vermeintlich gefälschte
oder nachgearbeitete Vintage-Instrumente gegeben, wobei Gerichte und
Gutachter oftmals überfordert waren, denn ein "normaler"
Mensch wird kaum verstehen, dass eine in neuem Lack strahlende Gitarre
weit wertloser als eine mit völlig abgespieltem Original-Lack sein
soll. Zudem gibt es mittlerweile besonders für Fender Gitarren
fast jedes Hardwareteil als künstlich nachgealtertes Replica, teils
mit original Seriennummer versehen und nur unter der Lupe und mit viel
Erfahrung vom Fachmann zu unterscheiden. Zweifel sind immer angesagt,
wenn die Herkunft der Gitarre sich nicht wenigstens die letzten 10 Jahre,
am besten über die letzten 20 Jahre und im Optimalfall seit Erstkaufdatum
an nachvollziehen lässt. Die Vintage-Händler Szene in Europa
und USA ist überschaubar und wenn ein Instrument von einem oder
mehreren namhaften Händlern gecheckt wurde und der Weg nachvollziehbar
ist, umso besser. Taucht es aber plötzlich aus dem Nichts auf ("Dachbodenfund")
ist höchste Vorsicht angebracht. Oftmals werden solche Instrumente
bei E-Bay angeboten wobei der Käufer sich bewusst bedeckt hält
und keine großen Angaben zur Originalität macht, als Privatverkäufer
aber Garantie und Rückgabe ausschließt. Wer wirklich bei
E-Bay ein Instrument kaufen will, sollte nicht hoffen, eine alte Strat
als Schnäppchen zu erstehen (das hoffen einfach viel zu viele E-Bayer)
und sollte das Instrument auf jeden Fall vor dem Kauf mit einem Fachmann
begutachten. Also kurz zusammengefasst: Als Einstieg in die Vintage-Welt
gibt es eine Menge Literatur,
allen voran den 2012 Official Vintage Guitar Magazine Price Guide
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